

Fulda - Der Geschäftsführer des Herz-Jesu-Krankenhauses, Dipl.-Kaufmann Alexander Schmidtke, und die Gesellschafter des PallitivNetzes Osthessen, vertreten durch die Fachärzte für Anästhesie- und Palliativmedizin Dr. Peter Fehrenbach, Dr. Axel Grimm, Dr. Joachim Kleinert, Oscar Krämer-Kilper sowie Thomas Sitte haben eine neue Kooperation im Bereich der palliativmedizinischen Betreuung zwischen beiden Fuldaer Einrichtungen geschlossen. Diese Form der Zusammenarbeit ist nach Auskunft des PalliativNetzes Osthessen und des Krankenhauses bislang bundesweit einmalig. Geschäftsführer Alexander Schmidtke erläuterte, dass das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda mit dieser Kooperation weiterhin seinem Auftrag in der Versorgung Schwerstkranker Rechnung trägt und die Strukturen einer patientenorientierten Ausrichtung optimiert. Der 1581 geborenen heilige Vinzenz von Paul habe sein Leben lang für Schwerstkranke, Sterbende und Bedürftige eingestanden, so Schmidtke. Diesem Auftrag, der bis in die heutige Zeit der Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul hineinwirkt, wolle man auch zukünftig Rechnungen tragen.
Zum Hintergrund der Kooperation: Derzeit sterben in Deutschland pro Jahr ungefähr 250.000 Menschen an bösartigen Erkrankungen. Während in Amerika 1960 das Aufsehen erregende Buch der Schweizer Ärztin Kübler-Ross erschien und Cicely Saunders in London 1967 das erste moderne Hospiz gründete, dauerte es in Deutschland bis 1983, ehe mit einer Kölner Palliativstation die erste Einrichtung dieser Art geschaffen wurde. Im April 1996 gab es in Deutschland 26 Palliativstationen, 30 stationäre Hospize, 6 Tageshospize, 268 Hausbetreuungs- dienste und 183 Hospizinitiativen. 539 Betten standen 1995 zur Verfügung. Inzwischen ist die Zahl derartiger Einrichtungen weiter gestiegen. Beim kurativen Therapieansatz wird das Wohlbefinden des Patienten dem Ziel, die Krankheit zu heilen (lat. curare = heilen) untergeordnet und ihm therapiebedingte Einschränkungen der Lebensqualität und zum Teil erhebliche Nebenwirkungen zugemutet.
Das oberstes Ziel in der palliativmedizinischen Versorgung Schwerstkranker sei hingegen eine möglichst hohe Funktionsfähigkeit und Lebenszufriedenheit des Patienten zu erhalten, wenn keine Heilung mehr möglich sei, so Palliativmediziner Thomas Sitte. Das Konzept sei ursprünglich für Patienten mit Tumorerkrankungen entwickelt worden, gelte aber auch für jede andere Erkrankung, die unveränderlich zum Tode führt. Der Ansatz der Palliativmedizin sei das Leben, der Tod und das Sterben würden als ein normaler Prozess angesehen, so Sitte. Der Tod soll weder beschleunigt noch hinauszögern werden. Die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden stünden im Vordergrund, die psychischen und geistigen Bedürfnisse würden ebenfalls unterstützt. Dies in der Summe sei ein Angebot an die Betroffenen, damit das Leben der Patienten bis zum Tod so aktiv wie möglich bleiben kann. Der der Familie würde während der Erkrankung des Patienten und in der Trauerphase Unterstützung angeboten.
Aufgaben der Palliativmedizin Aufgabe der palliativen Medizin ist die umfassende Behandlung und Betreuung von allen Kranken mit chronischen Leiden, die zum Tode führen und nicht mehr geheilt werden können.
Was ist "Palliative Therapie"? Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist palliative Therapie die umfassende und aktive Behandlung von Patienten, deren Erkrankung einer kurativen Therapie nicht mehr zugänglich ist, und für die das Behandlungsziel die bestmögliche Lebensqualität für sie selbst und ihre Angehörigen ist.
Palliativmedizin schließt die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Familie vor und nach dem Tod des Patienten mit ein. Diese umfassende Betreuung der Patienten und deren Angehörigen erfordert ein multidisziplinäres Team, zu dem neben Pflegepersonal und Ärzten auch Sozialarbeiter, Psychologen, Seelsorger, Psychotherapeuten und Krankengymnasten gehören können. Die Palliativmedizin beschränkt sich dabei nicht auf die letzte Lebensphase. Viele Grundsätze der Palliativmedizin werden auch in frühen Krankheitsstadien zusammen mit der kausalen Therapie wirkungsvoll eingesetzt
Seit dem 01.01.2007 wird nun zur weiteren Optimierung der ganzheitlichen Betreuung schwerstkranker Patienten vom PalliativNetz Osthessen im Herz-Jesu-Krankenhaus diese unterstützenden Hilfestellungen für die medizinische Behandlung und bei komplexen pflegerischen Problemen von Patienten mit belastenden Beschwerden angeboten.
Ein sogenanntes Hospital Support Team des PalliativNetzes bzw. der Palliativkonsiliardienst bietet allen Abteilungen des Krankenhauses für die Bereiche Palliativ Pflege und Palliativmedizin Unterstützung bei der medizinischen, pflegerischen, seelsorgerlichen und psychosozialen Betreuung von Patienten in der letzten Lebensphase.
Die Ärzte des PalliativNetzes Osthessen teilten mit, dass es um die Begleitung in der letzten Lebensphase ginge. Wenn ein Patient, ein Familienmitglied oder auch ein Freund unheilbar erkrankt seien, wäre dies zunächst ein Schock. Viele Bereiche des Lebens seien dann betroffen und die Patienten würden mit vielen Entscheidungen und Veränderungen konfrontiert. Ihre Ärzte besprechen mit Ihnen Medizinisches, klären Sie über Therapiemöglichkeiten und Behandlungsschritte auf. Das Team des Schmerz & PalliativZentrums wisse, wie wichtig in dieser Phase darüber hinaus Gespräche über die ganz persönliche Lage, die Gefühle, Hoffnungen und Befürchtungen der Patienten im Umgang mit der Erkrankung sind. Gerade hier würde die Palliativversorgung ansetzen.
Die Palliativmediziner wiesen darauf hin, dass es sich bei der Palliativversorgung um die aktive, ganzheitliche Betreuung von Menschen mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung handelt. Die Palliativversorgung Würde die Unheilbarkeit im Krankheitsverlauf respektieren und akzeptieren und Symptomlinderung anstreben. Sie berücksichtigte den ganzen Menschen und sein Umfeld. Hierzu würde zur palliativen Betreuung eine angemessene Schmerztherapie, Ernährungsfragen, Verträglichkeit von Medikamenten, Minderung von Übelkeit und Erbrechen, emotionale Begleitung, psychosoziale Betreuung, Trauerarbeit, Supervision, individuelle Pflegemaßnahmen und vieles mehr gehören.
Dies hieße, neben der medizinischen Versorgung möchten die Palliativexperten in allen wichtigen Bereichen unterstützen und so in dieser schwierigen Situation den Patienten auffangenhelfen. Man habe habe erlebt, dass Menschen mit Hilfe der Palliativversorgung etwas ganz Besonderes aus der letzten Lebensphase machen würden - diese Phase bewusst und würdevoll gestalten.
Patienten und Angehörige könnten sich jederzeit an die Palliativmediziner wenden, wenn bei Ihnen die Diagnose einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Krankheit mit begrenzter Lebenserwartung vorliegt, wenn kurative Maßnahmen nicht mehr gewünscht würden oder diese nach Einschätzung der behandelnden Ärzte nicht mehr sinnvoll seien oder wenn eine Versorgung in gewünschter Umgebung erforderlich sei.
Einige Krankenkassen fördern die moderne Palliativversorgung, im Wissen um deren Wirksamkeit. Sie honorieren die Leistung, die diese für Menschen am Lebensende darstellt und übernehmen die Kosten dieser integrierten Versorgung in verschiedenem Umfang.
Das PalliativNetz Osthessen möchte den Patienten eine tägliche bestmögliche Lebensqualität bieten. Es findet Hilfe statt, um notwendige Entscheidungen in der Lebensendphase treffen zu können. Gemeinsam mit dem Patienten werden Behandlungskonzepte mit allen Versorgungsmöglichkeiten erarbeitet. Hierbei wird bevorzugt, dass der Patient in seiner gewünschten Umgebung verbleibt und daher die stationären Behandlungen wenn möglich reduziert wird . Es findet eine kontinuierliche Symptomkontrolle bei einem schmerzarmen und friedvollen Abschied statt. Angehörige werden unterstützt, damit Sie mit dem Patienten seinen Weg gehen können und selbst lernen, mit der Situation zu leben. Die Betreuung und Hilfestellung findet mit Hilfe der Partner jederzeit 24 Stunden täglich statt.
Konkret sieht dies im Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda so aus, dass das Team des Hospital Support Dienstes einen Erstbesuch des Patienten auf Anforderung und nach Rücksprache mit dem Krankenhausarzt durchführt. Die betreuten Patienten werden regelmäßig im weiteren Verlauf besucht und das weitere Vorgehen dann jeweils mit dem behandelnden Team abgestimmt. Jeweils unmittelbar vor und nach den Wochenenden ( Montag und Freitag ) werden alle betreuten Patienten besucht. Diese Besuche dienen der Vor- und Nachbesprechung des Wochenendes. Die einzelnen Therapieangebote richtigen sich grundsätzlich nach dem Bedarf des Patienten, seiner Angehörigen und / oder des behandelnden Arztes.
Das Team unterstützt die Ermittlung der Voraussetzung für die Übernahme auf eine Palliativstation oder in ein Hospiz und ist bei der Hilfestellung zur Organisation der häuslichen Betreuung ansprechbar.
Die zuständigen Abteilungsärzte im Herz-Jesu-Krankenhaus können im Rahmen einer konsiliarischen Anforderung diese wertvolle Unterstützung der Palliativmediziner erhalten.
Dem Team des PalliativNetzes Osthessen stehen 5 Mediziner, eine Fachkrankenschwester für Palliativpflege sowie eine fachweitergebildete Arzthelferin mit einer Palliativausbildung für Arztpraxen zur Verfügung.