Schmerztherapie

Die IASP (International Association for the Study of Pain) definiert Schmerz als "ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potentieller Gewebeschädigung verknüpft ist, oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird."

Schmerz ist überlebenswichtig. Ohne das Warnsignal, das Schmerzen bedeuten können, laufen wir Gefahr, unserem Körper erheblichen, gar ireparablen Schaden zuzufügen. Wenn sich Menschen bei einem Sturz die Knochen brechen oder schwer verletzen, wenn eine Blinddarmentzündung das Leben gefährdet, dient der akute Schmerz als ein Schützer und Warner.
Andererseits: Chronische Schmerzen können das Leben zerstören. Können Fühlen, Denken und Handeln bestimmen, die Lebensfreude, das Lachen und die Zuversicht nehmen. Dabei können die Schmerzen auf chronische Gewebestörungen beruhen, aber auch bestehen bleiben, lange nachdem eine Läsion des Körpergewebes verheilt ist. Der Schmerz hat sich verselbständigt.


Die Schmerztherapie umfasst verschiedene Ansätze und versucht sie zielführend multimodal einzusetzen. Neben Medikamenten kommen invasive Maßnahmen (Lokal-, Leitungs-, Regionalanästhesien) in Betracht, die mit der Arbeit verschiedener Fachrichtungen, wie Orthopäden, Psychologen und Physiotherapeuten vernetzt werden. Stress- und Schmerzbewältigungstraining, Biofeedback, Hypnotherapie und Bewegungstherapie stellen ebenso wichtige Maßnahmen dar wie Akupunktur oder die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS). Wichtig ist vor allem die Eigenaktivität der Patienten.

Palliativversorgung

Palliativversorgung ist die aktive, ganzheitliche Betreuung von Menschen mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung. Palliativversorgung respektiert und akzeptiert die Unheilbarkeit im Krankheitsverlauf und lindert die Symptome. Sie berücksichtigt den ganzen Menschen und sein Umfeld. Wir zählen zur palliativen Betreuung eine angemessene Schmerztherapie insbesondere unter Beachtung der Verträglichkeit von Medikamenten, Minderung von Übelkeit und Erbrechen, Klärung von Ernährungsfragen, emotionale Begleitung, psychosoziale Betreuung, Trauerarbeit, Supervision, individuelle Pflegemaßnahmen und vieles mehr. Das heißt neben der medizinischen Versorgung möchten wir Sie in allen wichtigen Bereichen unterstützen und Sie so in dieser schwierigen Situation auffangen. Wir haben erlebt, dass Menschen mit Hilfe der Palliativversorgung etwas ganz Besonderes aus der letzten Lebensphase machen - diese bewusst und würdevoll gestalten.


Für die Verknüpfung unserer Arbeit haben wir das PalliativNetz Osthessen (PNO) gegründet.

Ambulante Anästhesie

Vor jeder ambulanten Anästhesie erfolgt ein ausführliches Gespräch und eine Untersuchung durch den Anästhesisten zur Überprüfung Ihrer Anästhesiefähigkeit, Erfassung von Begleitkrankheiten und Festlegung des individuellen Anästhesieverfahrens.

Ambulante Anästhesien können heute genauso sicher und qualitativ hochwertig in Tageskliniken und Praxen durchgeführt werden, wie dies vor einigen Jahren nur in Krankenhäusern möglich war.
Aufgabe der Anästhesie ist es, dem Patienten die Schmerzen während eines operativen Eingriffes zu nehmen.
Dies kann durch verschiedene Verfahren geschehen: 

 

  • Narkose ( = Allgemeinanästhesie)
  • Regionalanästhesie ( = Schmerzausschaltung einer Körperregion)
  • Lokalanästhesie ( = örtliche Betäubung)
  • Analgosedierung ( = Beruhigungsmittel)

Akupunktur

Etwa 4000 Jahre altes, aus China stammendes Heilverfahren, bei dem durch Einstechen von Nadeln in bestimmte Körperpunkte Erkrankungen verschiedener Organe und Funktionssysteme behandelt werden. Durch die Nadelreizung soll das sich in Krankheit ausdrückende gestörte Energie-gleichgewicht der Gegensatzpaare Yin und Yang und der freie Fluss des "Qi" wiederhergestellt werden.

Osteopathie

Als risikofreie Methode kann sie in vielen akuten Fällen als Therapie der ersten Wahl rasch helfen, ohne den Organismus zu belasten.

Osteopathische Medizin beinhaltet eine umfassende manuelle Diagnostik und Therapie am Bewegungssystem, den inneren Organen und dem Nervensystem. Im Zentrum stehen das Erfassen und die Behandlung der individuellen Funktionsstörungen eines Patienten, nicht einer 
definierten Krankheit. Ähnliche Beschwerdebilder zweier Menschen können so ganz unterschiedliche Behandlungsansätze auslösen.

Der osteopathische Arzt regt die Selbstheilungskräfte des Patienten an. Fast alle der dabei eingesetzten Methoden sind als "weich" einzustufen. Sie führen schrittweise zu einer lang anhaltenden Regulation hin zum Gesunden.

Die Osteopathie zählt zu den komplementärmedizinischen, das heißt die "Schulmedizin" ergänzenden Verfahren und erhebt keinen Anspruch, letztere zu ersetzen. Sie führt allerdings in manchen Fällen weiter, wo trotz teils aufwändiger apparativer Untersuchungen eine Ursache von 
Beschwerden nicht gefunden werden kann.

Manuelle Medizin

Segmentale Funktionsstörungen („Blockierungen“) der Wirbelsäule und Funktionsstörungen des Bewegungsapparats, periphere Gelenke, Faszien und Muskeln, sind die Zielpunkte der Manuellen Medizin. Es werden Techniken allein mit Hilfe der Hände zur Diagnostik und Behandlung eingesetzt. Die Chirotherapie ist eine seit Urzeiten bekannte und weiterentwickelte Krankheits- und Behandlungslehre.

Tauchmedizin

In den letzten Jahren erfreut sich der Tauchsport zunehmender Popularität, und die Zahl der Tauchanfänger wie auch der erfahrenen Taucher steigt weiterhin an.

Tauchen ist eine der schönsten Sportarten und bietet Naturerlebnisse in Verbindung mit dem Wasser, der Umwelt - Natur, Flora und Fauna und der Technik. Tauchen vermittelt die unterschiedlichsten Bewegungs- und Körpererfahrungen und die Wahrnehmungs- und Empfindungsfähigkeit im dreidimensionalen Raum.
Voraussetzung für ein ungefährliches Tauchen ist die gesundheitliche Eignung und eine gute Ausbildung. Leider gibt es aber (oft unerkannte) Bedingungen und Zustände, die beim Tauchen zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen führen können.
Taucherinnen und Taucher sind auf gegenseitiges Helfen und gemeinsames Handeln angewiesen, und aus dieser Verantwortung sollten Sie selbst ein Interesse daran haben und durch eine Tauglichkeitsprüfung abklären lassen, dass einerseits keine gesundheitlichen Risiken für die geplante Sportart bestehen, Sie andererseits aber auch keine Einbußen bei möglichen Versicherungsleistungen riskieren. 

Um Tauchunfällen vorzubeugen, werden seit einiger Zeit regelmäßige medizinische Kontrollen empfohlen oder sogar vorgeschrieben. Sporttaucherinnen und Sporttauchern bieten wir Untersuchungen der Tauchtauglichkeit nach den Richtlinien der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin e.V. Deutschland an.
Die Tauchtauglichkeitsuntersuchung umfasst:

  • Körperliche Untersuchung
  • Ruhe-EKG und Ergometrie
  • Lungenfunktionstest
  • Ohrmikroskopie und Tympanometrie

 Das Untersuchungsintervall ist vom Lebensalter abhängig.

  • Die GTÜM empfiehlt die Untersuchung: alle 3 Jahre, wenn Sie unter 40 Jahre alt sind,
  • bzw. jedes Jahr, wenn Sie 40 Jahre oder älter sind.
Fragebogen Tauchtauglichkeit.pdf
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